Knitters Series: Toowooltobecool

Vicky – Toowooltobecool – ist eine ehemalig Großstädterin, die es aufs Land gezogen hat.

Dort lebt sie mit ihrem Hund und interessiert sich neben dem Stricken noch für tausend andere Dinge, wie Häkeln, Zeichnen, Nähen und und und, Hauptsache es ist Do-It-Yourself.

Toowooltobecool

Seit wann strickst du?

Meine ersten Strickerfahrungen habe ich im Haupt- bzw. Realschulalter im Werkunterricht gemacht – damals fand ich das Stricken vorgegebener Stücke aber total blöd und langweilig, und habe getrickst, wo immer ich konnte. Das hat man dem Endergebnis natürlich angesehen, und dementsprechend hatte ich nicht gerade viel Motivation, weiterzumachen.

Tatsächlich ¨ernst gemacht¨ habe ich dann vor ca. 2 Jahren, als mir mein erstes WAK ¨The Wool¨ Knäuel in die Hände gefallen ist, und seither kann ich einfach nicht mehr aufhören.

Wie hast du das Stricken gelernt? Wer hat es dir beigebracht?

Da die Frauen in meiner Familie schon seit Generationen allgemein sehr handarbeitsbegeistert und -begabt sind, habe ich glaube ich schon als Kind beim Zusehen Vieles unterbewusst mitbekommen. In der Anfangszeit hat mir speziell meine Mama, ihres Zeichens eine begnadete Sockenstrickerin, bei den Basics geholfen und außerdem habe ich mir ¨zu meiner Zeit¨, als von YouTube und Co. noch nicht wirklich die Rede war, und das lässt mich jetzt doch deutlich mehr vintage wirken, als ich tatsächlich bin, mit diversen Büchern ausgeholfen und durch Ausprobieren Vieles selbst beigebracht.

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In drei Wörtern: was bedeutet das Stricken für dich?

Absolute kreative Freiheit.

Strickst du lieber für dich oder für andere?

Ich mache beides sehr, sehr gerne – vor allem da mein Kleiderschrank mittlerweile schon fast aus den Nähten platzt, freue ich mich immer über Strickaufträge von Freunden und Familie. Und es ist immer ein schönes Gefühl, andere mit meinen selbstgestrickten Sachen zu sehen und mitzubekommen, welche Freude sie damit haben. Deshalb spiele ich momentan auch immer mehr mit dem Gedanken, meine Entwürfe und Strickereien in absehbarer Zeit auf diversen Plattformen anzubieten. Aber das ist momentan noch Zukunftsmusik.

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Was ist dein Lieblingsmuster?

Bei den Basismustern könnte ich ohne das Perlmuster (moss stitch) nicht mehr leben – es ist total unaufdringlich und dezent, und gibt dem Strickstück dennoch ein wunderbare Textur. Und das beste daran: es gibt keine Ränder mehr, die sich einrollen könnten.

Wenns denn etwas aufwändiger sein darf, liebe ich das Bienenwaben-Muster , wie es z. B. bei der WAK Bee blanket verwendet wird, weil es total viel hermacht und gleichzeitig super-easy und lustig zu stricken ist.

Lieblingsset?

Momentan bin ich absolut vernarrt in den Math Cardigan, den ich vor Kurzem fertig gestrickt habe. Er ist ein richtiger Hingucker und viel leichter zu stricken, als ich erwartet hatte! Und ich kann schon mal verraten, dass es nicht bei diesem einem bleiben wird.

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Welche Wolle?

Darauf gibt’s nur eine richtige Antwort: ALLE! Ich finde jede Wolle hat ihre eigenen Vorzüge – die dicke Schafwolle ergibt wahnsinnig kuschelige Mützen und Schals, die dünne Schafwolle macht sich super für warme Pullis, Cardigans usw., die Baumwolle ist ein absolutes Allroundtalent, das Textilgarn lässt sich wunderbar zu Wohnaccessoires verarbeiten  und speziell für Kinder- und Babyteile kann man keine bessere Wolle finden als die Baby Alpaca. Ich bin immer wieder begeistert von der unvergleichlichen Qualität der WAK-Wollen, und davon, wie angenehm sie sich auf der Haut anfühlen – was mir, als jemandem der kratzige Wolle und Kunstfaser-Woll-Gemische einfach nicht aushalten kann, unheimlich wichtig ist.

Zu welcher Tageszeit?

Eigentlich immer und überall, denn ich habe immer mindestens ein kleines Projektchen in der Tasche, um mir bei Wartezeiten oder Fahrten mit den Öffis die Zeit zu vertreiben.

Am entspanntesten strickt es sich für mich aber abends bei einer Tasse Tee, während ich in meinem gemütlichen Stricksessel sitze, sich klein Bonnie (meine Dackelmischlingshündin) es auf meinem Schoß bequem macht und ich meiner Serienleidenschaft bei Netflix frönen oder einfach nur den Tag Revue passieren lassen kann – also ein sehr entschleunigtes, fast schon omatöses Szenario.

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Tipp fürs Stricken?

Lieber sauber arbeiten und einmal mehr auftrennen, als sich dann ewig über den Fehler im Strickstück ärgern und es nicht tragen wollen – ein stricktechnischer Grundsatz, den ich aus dem Mund meiner Mama früher leidenschaftlich gehasst, aber mittlerweile wirklich zu schätzen gelernt habe.

Und immer nur so viel stricken, wies wirklich Spaß macht – denn leider neigen viele, darunter ehrlicherweise auch ich, dazu, den Leistungsdruck aus anderen Lebensbereichen auch ins Hobby mitzunehmen, und es wäre doch sehr schade, sich die Freude an diesem schönen, unbeschwerten Ausgleich durch unnötigen Ehrgeiz selbst zu vermasseln.

Ratschlag für Anfänger:

Nur nicht aufgeben, immer weiter probieren und anfangs eventuell kleinere und/oder Projekte aus dickerer Wolle wählen, damit stellt sich der Erfolg viel schneller ein, das motiviert – und außerdem tut das Auftrennen dann nicht gar so weh, sollte es doch einmal nötig sein.

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