Wie man die Spannung eines Musters richtig misst

Spannung messen
 

Selbst wenn zwei Stricker nach genau der gleichen Strickanweisung stricken würden und dabei exakt dieselben Nadeln und die gleiche Wolle benutzen würden, würden die beiden Beispiele niemals gleich aussehen, stimmts? Für die Größe einer Strickarbeit sind nicht nur Faktoren, wie das Material wichtig sondern auch die Spannung mit der gestrickt wird. Jeder zieht mit unterschiedlicher Kraft am Faden und das führt dann dazu, dass ein und dasselbe Kleidungsstück aber von zwei verschiedenen Leuten gestrickt, jeweils eine andere Größe hat.
Deshalb ist es wichtig, vor dem Stricken ein Muster für die Spannung zu stricken. So wissen wir danach, ob wir die Maschen zu eng oder zu lose stricken und dann bestimmen wir die Anzahl der Nadeln und die Spannung je nachdem, wie das Muster aussieht.

Um so ein Muster für die Spannung zu machen, müsst ihr nur ein Quadrat mit einer Kantenlänge von 20 cm im Muster deiner Strickanweisung und mit der angegebenen Anzahl von Stricknadeln stricken. Wascht das Beispiel und messt es dann aus, so wie wir es euch hier zeigen:

 
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Wenn ihr das Quadrat gewaschen und getrocknet habt, legt es ausgebreitet auf eine glatte Oberfläche. Ihr könnt euch ein paar Stecknadeln zur Hilfe nehmen, damit es nicht verrutscht.

 
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Um die Maschen, die wir haben zu messen, steckt als erstes eine der Stecknadeln vertikal in die Maschen, sodass eine beliebige Masche im Muster markiert ist.

 
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Mit einem nicht biegbaren Lineal (auf keinen Fall mit einem Maßband, denn dann ist das Ergebnis nicht genau genug), messt ihr 10 cm ab der Stecknadel, die wir im vorherigen Schritt in die Maschen gesteckt haben, wobei ihr darauf achten müsst, dass ihr der Anordnung der Maschen horizontal folgt. Steckt eine zweite Stecknadel an die Stelle, an der ihr 10 cm gemessen habt.

 
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Jetzt habt ihr eine Lücke von c. 10 cm zwischen den beiden Stecknadeln und das ist auch das Maß, das wir benutzen werden um unsere Maschen zu zählen.

 
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Jetzt zählt die kleinen „V“s, oder Gräten, die jede Masche bilden. Ihr könnt euch dabei mit der Spitze einer Stricknadel helfen, um euch nicht zu vertun. Auf dem Foto haben wir jede Masche markiert, damit es euch leichter fällt, sie zu zählen. Die Maschen, die nur halb im Maß drin sind zählen auch! Nach dem Beispiel haben wir 15 Maschen und eine halbe in 10 cm.

 
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Benutzt dasselbe System um die Reihen, die ihr in 10 cm habt zu messen, wobei ihr die Maschen vertikal markiert.

 
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Noch einmal, jedes kleine “V” zeigt eine Masche, in diesem Fall eine Reihe, an. In unserem Beispiel hätten wir jetzt 20 Reihen.

Seht ihr, wie einfach das ist?

Um euch zu orientieren, denkt daran, dass euer Muster mit dem übereinstimmen muss, dass auf dem Knäuel oder in dem entsprechenden Strickmuster angegeben ist. Die Information über die Spannung ist immer in einem kleinen Quadrat zu finden, wo sowohl die Anzahl der Maschen als auch die der Reihen in 10 cm angegeben sind.

 
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Wenn wir unser Beispielmuster mit den Angaben auf einem Pima Baumwollknäuel vergleichen, sehen wir, dass wir 22 statt 20 Reihen haben sollten. Was nun? Es gibt mehrere Möglichkeiten:

– Ihr könnt die Anzahl der Stricknadeln erhöhen oder verringern, bis das Beispiel den Angaben entspricht.
– Ihr könnt mit mehr oder weniger Spannung stricken.
– Ihr könnt Stricknadeln und Spannung wie gehabt beibehalten, aber den Dreisatz anwenden um die Anzahl der Maschen, die ihr benötigt um die gleichen Maße, wie im Strickmuster angegeben zu erreichen (das aber empfehlen wir nur sehr erfahrenen Strickern, denn das bedeutet, dass ebenfalls die Maschenzu- und -abnahmen im Strickmuster angepasst werden müssen).

Jetzt seid ihr bereit eure Beispielmuster immer auf die beste Art auszumessen! Ja ja, wir wissen alle, dass es manchmal ein bisschen nervig sein kann, vor dem Stricken noch ein Muster zu machen aber es ist wirklich unglaublich wichtig, damit die Strickarbeit am Ende perfekt aussieht!